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Karl Platt und Urs Huber feiern ihren Cape Epic-Gesamtsieg. Foto: Shaun Roy/Cape Epic/Sportzpics
20.03.2016 13:59
Platt/Huber triumphieren bei Cape Epic - Etappensieg für Fumic/Avancini

Meerendal (rad-net) - Der Deutsche Marathon-Meister Karl Platt und sein Schweizer Partner Urs Huber vom Team Bulls haben den Gesamtsieg beim Absa Cape Epic in Südafrika perfekt gemacht. Manuel Fumic und Henrique Avancini holten sich auf den finalen 86 Kilometern zwischen Boschendal und Meerendal zum Abschluss ihren ersten Etappensieg.

Platt/Huber ist der Durchmarsch gelungen. Bereits beim Prolog schlüpften sie ins Gelbe Leaderjersey und gaben es nie mehr her. Drei Etappensiege auf den ersten vier Tagen sorgten für einen schönen Vorsprung. «Danach haben wir versucht das Rennen zu kontrollieren, das ist uns auch gelungen», meinte Urs Huber. Für ihn war es der erste Sieg beim Cape Epic, nach etlichen Anläufen. «Es ist unglaublich, ich kann noch gar nicht sagen, was das für mich bedeutet», schüttelte Huber den Kopf nachdem sein erstem Gesamtsieg.

Bei Karl Platt wich das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. «Ich bin sprachlos. Es war ein Traum zum fünften Mal zu gewinnen. Wir haben uns selbst schon beim Prolog überrascht. Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich ich bin», sagte Platt. Angesprochen auf einen möglichen sechsten Sieg meinte er: «Darauf werde ich jetzt angesprochen. Ich werde sicher noch zwei Jahre fahren. Aber jetzt will ich mich erst mal erholen und heute Abend gibt's eine Party.»

Das pfälzisch-schweizer Duo ging die letzte Attacke nicht mehr mit und beendete die finale Etappe auf Rang fünf (+2:40). Die Gesamtwertung gewannen sie nach 28:13:28 Stunden mit 13:08 Minuten Vorsprung auf Rohrbach/Pfrommer.

Seit der Premiere des Cape Epic im Jahr 2004 hat Karl Platt jetzt, wie Christoph Sauser, mit drei verschiedenen Partner die Etappenfahrt fünf Mal gewonnen. Der Legenden-Status in Südafrika war ihm schon vorher gewiss, jetzt hat er ihn untermauert.

Das Gesamtklassement war vor dem achten und letzten Tag mehr oder weniger gemacht, so dass es auf dem Weg vom Weingut Boschendal in Stellenbosch zum Weingut Meerendal in Tulbagh in erster Linie um den Etappensieg ging.

Was ab Kilometer 70 am letzten längeren Anstieg begann, das war ein faszinierendes Stück Taktik und packendes Renngeschehen, eines, das sich auch aus der speziellen Konstellation Zweier-Teams speiste. Als es in den entscheidenden Anstieg ging, versuchten Periklis Ilias/Tiago Ferreira Druck zu machen, doch Ferreira konnte das Tempo nicht halten. Während Henrique Avancini locker mitgehen konnte, sah man Manuel Fumic mit Mühe. Die 20 Sekunden Rückstand am höchsten Punkt, machte er allerdings im Downhill wieder gut. Gleiches gelang Hans Becking.

Bis dahin waren die beiden Centurion-Vaude Teams als einzige komplett an der Spitze. So waren es dann vier vollständige Teams an der Spitze. Becking/Van Houts verloren jedoch dann etwas den Anschluss, Fumic kämpfte am Ende des verbliebenen Sextetts. Pernsteiner/Geismayr machten den stärksten Eindruck, doch Avancini setzte sich in einer Singletrail-Passage vorne hin und drosselte das Tempo bis Fumic wieder aufschließen konnte, mit Rohrbach/Pfrommer am Hinterrad.

Dann wurde am letzten Anstieg das Feuer eröffnet. Während Daniel Geismayr am Berg der Stärkste war und sich von der Gruppe absetzen konnte, Avancini dahinter pedalierte, kämpfte Manuel Fumic erst einmal gegen Geismayrs Partner Hermann Pernsteiner. Der Österreicher griff in der Mitte des Anstiegs an, Fumic war aber in der Lage zu kontern. Pernsteiner schien das etwas den Zahn zu ziehen. Er fiel etwas zurück und Nicola Rohrbach versuchte Manuel Fumic zu folgen. Doch sein Kollege Matthias Pfrommer kam jetzt nicht ganz mit und Fumic ging am Hinterrad von Avancini drei Sekunden vor Pfrommer in die letzte technische Abfahrt Richtung Ziel.

Den Vorsprung baute Fumic im Downhill noch etwas aus und als sie das Finish-Areal in Meerendal erreichten, da war der erste Etappensieg für das Cannondale-Duo klar. Das Duo strahlte über beide Backen und ließ sich auf den letzten 100 Metern vom Publikum feiern.

«Es war ein typischer letzter Tag. 20 Kilometer vor dem Ziel ging es los, alle wollten vor dem Singletrail-Anstieg in die beste Position. Henrique war heute mein Motor. Ich denke, wir haben das taktisch clever gemacht», kommentierte Manuel Fumic. Es war für ihn bei seiner zweiten Teilnahme der erste Etappensieg. Gesamtrang drei verpassten sie als Vierte am Ende gegenüber Trek-Selle San Marco A sogar nur um 40 Sekunden, bei 28:39 Stunden Gesamt-Fahrzeit ist das fast ein Wimpernschlag.

«Wir wollten eigentlich für Hermann und Daniel fahren», erklärte Hannes Genze, der Sportliche Leiter bei Centurion-Vaude. «Hermann hat ein wenig Probleme mit dem Staub und war deshalb nicht bei 100 Prozent. Dann haben sie nicht schnell genug umgeschaltet.»

Trotz allem, mit 28 Sekunden Rückstand besetzten die beiden CV-Teams erneut zwei Podestplätze. «Ich wollte auf dem letzten Downhill nicht mehr alles riskieren. Wir hatten ja schon zwei Etappensiege und ich habe es Mani und Henrique auch gegönnt. Wir sind super happy mit dieser Woche. Nach den Rückschlägen im Vorfeld hätte damit wohl niemand gerechnet», sagte Matthias Pfrommer, der mit Nicola Rohrbach eigentlich nur das Backup-Team bilden sollte und am Ende als Zweiter auf dem Gesamt-Podium steht.

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