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Veröffentlicht am
06.04.2021 12:17:04

Michael Schär: «Die Trinkflasche hat mich jeden Tag an meinen Traum erinnert»

Michael Schär wurde bei der Flandern-Rundfahrt disqualifiziert. Foto: Agr2-Citroen
Michael Schär wurde bei der Flandern-Rundfahrt disqualifiziert. Foto: Agr2-Citroen

Oudenaarde (rad-net) - Nach seiner Disqualifikation bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Sonntag, hat sich Michael Schär zu seinem Verstoß der am 1. April neu eingeführten Regularien der UCI geäußert. Der Fahrer von AG2R Citroën hatte außerhalb einer «Waste Zone» seine leere Trinkflasche einer Gruppe Fans am Straßenrand zugeworfen, woraufhin er vom Rennen ausgeschlossen wurde. In den sozialen Netzwerken erklärte Schär jetzt, welche Bedeutung das Fangen einer Trinkflasche für ihn als Kind hatte und dass er dieses Gefühl eigentlich nur an die Kinder am Straßenrand weitergeben wollte.

Auf «Instagram» berichtete Schär im Anschluss an die Flandern-Rundfahrt von seinem ersten Berührungspunkt mit dem professionellen Radsport, als er 1997 mit seinen Eltern und seiner Schwester am Streckenrand der Tour de France gestanden hat. «Ich war endlos beeindruckt von der Geschwindigkeit und Leichtigkeit, mit der die Fahrer ihrer Räder fuhren. Von da an wollte ich nichts weiter von meinem Leben, als selbst ein Profi zu werden. Von dem Moment an, wurde ich von diesem Traum gesteuert», erzählte der Schweizer von seinen Erinnerungen an diesen Tag seiner Kindheit. «Zusätzlich zu dieser Erfahrung, habe ich dann noch eine Trinkflasche von einem Profi erhalten. Dieses kleine Stück Plastik hat meine Sucht zum Radsport schließlich perfekt gemacht. Zurück zu Hause hat mich die Flasche jeden Tag daran erinnert, wie mein Traum aussah. Ich bin jeden Tag voller Stolz mit meiner gelben Polti-Flasche gefahren. Jeden Tag.»

Bei der Flandern-Rundfahrt war Schär am Sonntag disqualifiziert worden, nachdem er selbst seine leere Trinkflasche mehr als 100 Kilometer vor dem Ziel, einer Gruppe Fans am Straßenrand zugeworfen hatte. Die Rennleitung entschied, dass der 34-Jährige die neuen UCI-Regularien zum Thema «Müllentsorgung während der Rennen», die am vergangenen Donnerstag in Kraft getreten waren, verletzt habe und schloss ihn als Strafe für sein Vergehen aus dem Wettbewerb aus. Laut den neuen Regularien der UCI hätte der Fahrer nämlich auf eine ausgewählte «Waste Zone» warten müssen, um seine Flasche an den Straßenrand werfen zu dürfen oder sich zum Teamfahrzeug zurückfallen lassen, um dort seine leere Flasche abzugeben.

In den sozialen Netzwerken erklärte Schär weiter, dass seine Intention hinter dem Wurf der Trinkflasche keinesfalls der Regelbruch gewesen sei, sondern der Wille, seine Kindheitserfahrung mit anderen zu teilen: «Ich bin nun einer dieser Profis, die an all den begeisterten Fans vorbeifahren. Während der ruhigen Momente eines Rennens behalte ich immer meine leere Trinkflasche am Rad, bis ich ein paar Kinder am Streckenrand sehe. Dann werfe ich sie vorsichtig dorthin, wo die Kinder sie sicher auffangen können. Vor zwei Jahren habe ich eine Flasche einem kleinen Mädchen am Straßenrand gegeben. Ihre Eltern haben mir erzählt, dass sie nicht nur an dem Tag glücklich darüber war. Nein, sie redet immer noch über die Flasche und vielleicht wird sie ja später auch eine professionelle Radsportlerin.»

Schär erhielt für seinen Beitrag in den sozialen Medien große Unterstützung seitens seiner Community, aber auch von Stimmen des Pelotons. Während Chris Froome (Israel Start-Up Nation) fragte: «Wohin ist unser Sport nur gekommen?», pflichtete Richie Porte (Ineos Grenadiers) bei: «Sehr gut gesagt mein Freund. Gibt es überhaupt einen Dachverband, der noch weiter von seinem Sport entfernt ist?»

Auch im Frauen-Peloton war am Sonntag eine Fahrerin, wegen dem unautorisierten Wegwurf einer Flasche disqualifiziert worden. Die Italienerin Letizia Borghesi (Aromitalia Basso Bikes Vaiano) entschuldigte sich im Anschluss an die Aktion, kritisierte aber zeitgleich die Härte der erhaltenen Strafe und den Beschluss der neuen Regel. Zukünftig werde man deutlich weniger glückliche und lachende Kinder am Straßenrand sehen, was ein Verlust für den Radsport sei.