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Veröffentlicht am
10.12.2021 12:11:37

Sportvereinskultur als Immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet

Düsseldorf (rad-net) - Bereits im März 2021 hatte die Deutsche UNESCO-Kommission die Aufnahme der «Gemeinwohlorientierten Sportvereinskultur» in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes verkündet. Bei der Verleihung Mitte November im Düsseldorfer Schauspielhaus nahm die DOSB-Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, nun die offizielle Auszeichnung im Namen Sportdeutschlands und der fast 90.000 Sportvereine entgegen.

Die Gründe für die Aufnahme der Sportvereinskultur sind zahlreich. So leisten die Vereine seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Förderung der Bewegung und Bildung ihrer Mitglieder. Das zuständige Expertenkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission hob vor allem «die breitenkulturelle Gemeinwohlorientierung» hervor und wies dabei explizit darauf hin, dass Sportvereine «ein Lernort für gesellschaftliche Wertevermittlung» sind.

Quelle: DOSB-Pressemitteilung

Dieser gesellschaftliche Beitrag ist bei rund 27 Millionen Mitgliedschaften und tausenden von Sportvereinen mit ca. 8 Millionen Ehrenamtlichen nicht zu unterschätzen und sollte gerade in Zeiten wie diesen besonders herausgestellt werden. Doch zuletzt verzeichnete der DOSB einen historischen Rückgang von fast 800.000 Mitgliedschaften aufgrund des pandemiebedingten Lockdowns, durch den die Sportvereine ihren Mitgliedern keine Angebote machen konnten.

«Die Auszeichnung der Sportvereinskultur als „Immaterielles Kulturerbe“ in Deutschland ist ein außerordentlich wertvolles Zeichen für Sportdeutschland und alle Sportvereine, die dadurch eine große Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren», erklärte Doll-Tepper bei der Verleihung. «Der gesellschaftlichen Leistung der Vereine und der Ehrenamtlichen muss zukünftig ein noch größerer Stellenwert beigemessen werden. Das muss sich auch darin widerspiegeln, dass Sportvereine bei einem möglichen Lockdown nicht erneut geschlossen werden, wodurch ihre Mitglieder erhebliche Bewegungseinschränkungen erfahren würden. Sport und Bewegung und damit die Sportvereine sind Teil der Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen und stehen für den sozialen Zusammenhalt.»