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Amtliches Organ und Medienpartner des BDR
Veröffentlicht am
11.01.2020 17:02:20

Cross-DM: Brandau nicht zu bremsen

Elisabeth Brandau (Mitte) siegte bei der Cross-DM vor Kim Anika Ames (li.) und Stefanie Paul. Foto: Armin M. Küstenbrück
Elisabeth Brandau (Mitte) siegte bei der Cross-DM vor Kim Anika Ames (li.) und Stefanie Paul. Foto: Armin M. Küstenbrück

Albstadt (rad-net) - Zum dritten Mal in Folge holte sich Elisabeth Brandau in Albstadt den Titel im Cyclo-Cross. Die Schönaicherin siegte vor der Überraschungszweiten Kim Anika Ames (RF Tempo 1921 Hirzweiler-Illingen) und Stefanie Paul (crossladen.fidlock). In der Klasse der U23 Frauen gewann Judith Krahl (RSV Finsterwalde), der Titel bei den Juniorinnen ging an Clea Seidel (RadTeam Seidel Luckenwalde).

Brandau (RSC Schönaich) war bei den Damen Elite eine Klasse für sich. Das war keine Überraschung, doch die 34-Jährige hatte im Vorfeld ihre Zweifel geäußert. «Die Beine waren nicht gut», meinte sie im Ziel, das sie nach einem Solo ab Runde eins mit 1:27 Minuten Vorsprung auf Kim Anika Ames erreichte. Am Donnerstag hätte es einen Knall getan, das Aufräumprogramm im eigenen Haushalt mit zwei Kindern hätte sie «tot» gemacht. «Was sein muss, muss sein», meinte sie mit einem Lachen. Immerhin: «Die Antritte gingen gut.» Nur die Power hätte sie nicht hoch halten können.

Sie feierte ihren dritten Titel in Folge und den vierten insgesamt dennoch ungefährdet. «Ich bin jetzt ganz zufrieden», sagte die EM-Dritte auf dem Mountainbike, auch mit der Leistung, die sie auf dem 2,6 Kilometer langen Kurs in fünf Runden zeigen konnte.

Rechts neben ihr auf dem Podest stand mit Kim Anika Ames auch eine Fahrerin, die ihre sportliche Heimat eigentlich auch auf dem Mountainbike hat. Die Saarländerin war aber «selber erstaunt», dass sie am Albstadion in Ebingen mit der Silbermedaille dekoriert wurde. «Ich fahre das erste Jahr Cross und habe es nur als Abwechslung zum Training gesehen. Aber in Albstadt scheinen mir immer gute Rennen zu gelingen», meinte die Medizinstudentin verschmitzt.

Der Kampf um Silber und Bronze war der spannendste Teil im Rennen der Frauen. Bundesliga-Gesamtsiegerin Stefanie Paul und Janine Schneider (Lottstetten) positionierten sich als erste Verfolgerinnen von Elisabeth Brandau. In Runde zwei von fünf gelang es der Cyclo-Cross-Spezialistin einen kleinen Vorsprung auf die Deutsche Meisterin im MTB-Marathon heraus zu fahren. Schneider hatte bis zu elf Sekunden Rückstand auf Paul, verkürzte phasenweise bis auf drei Sekunden, um dann wieder zu verlieren.

Hinter ihr kämpfte Kim Ames an vierter Position um den Anschluss. Auch bei ihr entstand ein Ziehharmonika-Effekt. Mal waren es 14 Sekunden, mal nur noch acht. Und hinter uhr war mit Lisa Heckmann (Darmstadt) eine weitere Konkurrentin auch nur fünf bis zehn Sekunden entfernt. Die vierte Runde brachte dann aber endgültig Bewegung in die Positionen. Kim Ames ging an Janine Schneider vorbei, die ihrerseits den Abstand zu Paul verringert hatte.

Am Hinterrad von Paul fuhr Ames in die Schlussrunde, ging am ersten Anstieg vorbei, wurde noch mal gekontert, um dann wieder vorbei zu ziehen. Dahinter verlor Schneider wieder den Anschluss. Der Kampf um Silber entschied sich als Kim Ames aus einer technischen Passage besser raus kam und eine kleine Lücke riss. «Die habe ich nicht mehr zu bekommen», gestand Stefanie Paul nach dem Rennen. «Ich kann es im Moment nicht in Worte fassen, weiß nicht ob ich zufrieden sein soll oder nicht. Kim hatte ich nicht unterschätzt, aber versucht mich auf mich zu konzentrieren. Sie hat viel Druck und das hat auf diesem Kurs sicher geholfen», kommentierte Paul.

Kim Ames aber war bei ihrer ersten Cross-DM ein echter Coup gelungen. Acht Sekunden vor Paul überquerte sie die Ziellinie. «Es hat mich motiviert, als ich gemerkt habe, dass ich näher komme», räsonierte die 22-Jährige und fügte hinzu: «Cross hat schon Spaß gemacht. Ich bin überglücklich.» Sprich: könnte man häufiger machen.

U23 Frauen: Judith Krahl besiegt Titelverteidigerin
Im U23-Rennen der Frauen gab es den Knackpunkt in der zweiten von vier Runden. Judith Krahl und Emma Eydt (Stevens Racing Team) fuhren an der Spitze. Vorjahres-Siegerin Eydt übernahm die Spitze und riss eine Lücke. Allerdings verlor sie auch Luft aus dem Hinterrad. «Als ich es das registrierte, habe ich investiert, um mit Vorsprung in die Wechselzone zu kommen», erklärte Emma Eydt. Das gelang ihr auch. Mit wenigen Metern Rückstand auf Krahl ging sie wieder ins Rennen und schloss wieder auf. «Danach hat der Kopf gesagt: nee. Und die Beine auch», meinte Eydt im Ziel.

Rasch entkam die Konkurrentin und zog davon. «Es hat mich schon erstaunt, dass ich ziemlich schnell eine große Lücke hatte. Ich habe schon damit gerechnet, dass es enger wird. Aber jetzt freue ich mich über meinen ersten Deutschen Meistertitel», erklärte Krahl, die ihren Erfolg mit 1:11 Minute Vorsprung perfekt machte.

Nina Küderle (TSV Böhringen) gewann Bronze (+1:56), war aber mit ihrem Rennen «nicht zufrieden.» Es sei «am Anfang ganz und gar nicht gelaufen», wie sie sagte. Die beiden Konkurrentinnen musste die U23-Meisterin von 2018 sofort ziehen lassen. «Ich stand im Stau hinter Elite-Damen und bin nicht vorbeigekommen», erzählte sie, wie das zustande kam.

U19 Frauen: Clea Seidel eine Klasse für sich
Einen Vergleich hatte es vorher zwischen Clea Seidel und Sunny-Angelina Gschwender (Conway Factory Racing CX) nicht gegeben. Seidel fährt Straßenrennen, konzentriert sich im Cyclo-Cross auf Weltcup-Rennen, «um mich mit den Besten zu messen», wie sie sagt und Gschwender ist etatmäßige Mountainbikerin, die das Crossrad und die Wettkämpfe «nur als Vorbereitung auf die MTB-Saison» nutzt. Dennoch hatte sie die U19-Gesamtwertung der Bundesliga für sich entschieden.

Seidel war von ihr allerdings nicht zu bremsen. Die Juniorin setzte ihre Maßstäbe eher bei den U23-Frauen. Bis auf die Meisterin ließ sie alle aus der nächsthöheren Klasse hinter sich. «Ich glaube damit kann ich zufrieden sein», so Clea Seidel nach ihren vier Runden. «Der Meistertitel, was will ich mehr.»

Mit satten 3:04 Minuten auf Gschwender holte sie sich das Jersey. Die Silbermedaillengewinnerin konnte indes über Silber strahlen. 4:22 Minute nach der Siegerin erreichte Johanna Theobald (TV Birkenfeld) als Dritte das Ziel und wurde mit Bronze dekoriert.

Morgen fallen in Albstadt die Entscheidungen bei den Masters 2, Junioren, Männern U23 und Männern Elite.

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