ACHTUNG: Diese Webseite unterstützt den Microsoft Internet-Explorer 9.0 (und noch ältere Versionen) nicht mehr.

Um die Seite korrekt angezeigt zu bekommen und vor allem SICHER surfen zu können, empfehlen wir ihnen dringend einen anderen Browser einzusetzen!

Unter Windows XP raten wir ihnen auch aus sicherheitsgründen, grundsätzlich Mozilla Firefox oder Google Chrome zu benutzen bzw. das Betriebssystem upzudaten!

Sollten Sie Windows 7 oder höher einsetzen, so sollten Sie dringend einen Windows Update durchführen, um die aktuelle Internet Explorer Version nutzen zu können.

ACHTUNG: Diese Webseite unterstützt Safari 6 (und noch ältere Versionen) oder veraltete Google-Android-Browser nicht mehr.

Wir raten ihnen auch aus Sicherheitsgründen, grundsätzlich Mozilla Firefox oder Google Chrome zu benutzen, wenn Sie einen Update auf ein aktuelleres Mac OS X und damit eine aktuelle Safari-Version bzw. ein Update auf eine aktuellere Android Version und damit eine aktuellere Google-Browser-Version vermeiden wollen.

Unter Windows raten wir Ihnen grundsätzlich nicht, den veralteten Safari Browser einzusetzen!

Offizielle Webseite des Bund Deutscher Radfahrer e.V.
Veröffentlicht am
22.02.2021 15:23:43

Madiot kritisiert Datentechnologien: «Wir verwandeln Fahrer in Roboter»

Marc Madiot kritisiert den ständigen Einsatz von Funk und Radcomputern. Foto: Jähnick/Wikimedia Commons
Marc Madiot kritisiert den ständigen Einsatz von Funk und Radcomputern. Foto: Jähnick/Wikimedia Commons

Moussy-le-Vieux (rad-net) - Groupama-FDJ-Teammanager, Marc Madiot, hat die immer analytischeren Herangehensweisen im Profiradsport kritisiert. Im Interview mit «L‘Equipe» ließ sich der zweifache Sieger von Paris-Roubaix (1985 und 1991) über die Kopfhörer, Radcomputer und erweiterten Datenanalysen aus, die immer mehr Druck auf die Fahrer ausübten. Man müsse aufpassen, die Profis nicht in Roboter umzuwandeln, so Madiot.

«Es gibt permanente Überwachung im Peloton und sie existiert auch im Training», erklärte der Franzose, wobei er sich besonders über den Funk-Kopfhörer der Fahrer aufregte. «Kopfhörer... Tut mir leid, aber wir haben ein Briefing vor dem Rennen - wir müssen nicht alle drei Sekunden eingreifen. [...] Heutzutage kann man es in den Teamwagen nicht mehr riskieren zu verlieren, und das erhöht den Druck. Am Ende sagst du den Fahrern, sie sollen den Kreisverkehr links oder rechts nehmen, und du gewinnst vier Plätze.»

Auch die Radcomputer, die eigentlich alle Profis an ihrem Lenker installiert haben, sind Madiot sichtlich ein Dorn im Auge. Die kleinen Computer seien zwar ein beliebtes Mittel zur totalen Überwachung der Situation, doch sie stellten auch eine Gefahr dar, die nicht zu unterschätzen sei: «Sie [die Fahrer, Anm. d. Red.] haben ihre Nasen in ihren Bildschirmen vergraben. Wir haben sogar schon Fahrer stürzen sehen, weil sie nicht auf das geschaut haben, was vor ihnen lag. Es gibt keine Spontaneität mehr im sportlichen Geschehen. [...] Es tut mir leid, das zu sagen, aber wir sind dabei, Fahrer zu Robotern zu machen.

Natürlich könne man die Daten aufzeichnen, aber man brauche sie nicht permanent zu überwachen, so Madiot.

Neben den Daten- und Kommunikationstechnologien im Renngeschehen und Training sprach der Manager auch über das Digitalverhalten der Profis außerhalb des beruflichen Umfelds: «Die Fahrer sind zu Hause und haben nichts anderes zu tun, als das, was sie gemacht haben, auf Strava einzustellen oder ihr Leben auf Twitter oder Instagram zu präsentieren. Vielleicht bin ich ein alter Narr, aber zu meiner Zeit habe ich niemandem erzählt, was ich im Training gemacht habe - um sie in den Rennen zu überraschen.»

Trotz seiner Haltung gegen die vielen digitalen Hilfsmittel, setzt Madiot die Geräte auch unter seinen eigenen Fahrern von Groupama-FDJ ein. Deshalb konkretisierte der 61-Jährige seinen Standpunkt zu den eingesetzten Technologien weiter: «Natürlich bin ich wie jeder andere auch. Wenn ich das nicht wäre, wäre ich ein Idiot und würde zurückbleiben. Aber ich sage, dass das alles eine echte Reflexion verdient. [...] Wir müssen etwas Spontanität zurückbekommen.»