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Junior Herzog holt sich WM-Titel im Straßenrennen

Emil Herzog jubelte in Wollongong über seinen WM-Titel. Foto: BDR/Vos
Emil Herzog jubelte in Wollongong über seinen WM-Titel. Foto: BDR/Vos

Wollongong (rad-net) - Emil Herzog ist neuer Straßen-Weltmeister der Junioren. Der 17-Jährige setzte sich im Zweiersprint gegen den Portugiesen Antonio Morgado, der das Finale maßgeblich prägte, durch.

Nachdem in den ersten Runden seine Teamkollegen noch wertvolle Unterstützung leisteten, war Herzog im Finale auf sich allein gestellt. Die nassen Straßen von Wollongong waren kein Hindernis für den 17-Jährigen, immer wieder – vor allem in der langen Abfahrt – das Tempo zu forcieren und dem Rennen die entscheidende Wende zu geben. Herzog sorgte dafür, dass eine Fünfergruppe um den Esten Romet Pajur gestellt wurde, und er zermürbte auch Mitfavoriten wie den Schweizer Jan Christen oder den Franzosen Thibaud Gruel. Keiner arbeitete mehr als der Deutsche. Während die Konkurrenz versuchte, Kräfte zu sparen, hielt sich Herzog nicht mit taktischen Spielereien auf, sondern fuhr um alles oder nichts.

Als sich Ende der vorletzten Runde der Portugiese Antonio Morgado davonstahl, überließ Herzog für einen Moment seinen Mitstreitern die Regie. Aber als niemand reagierte, alle nur Herzog im Blick hatten und der Portugiese bereits 40 Sekunden Vorsprung hatte, setzte Herzog nach, schaffte den Anschluss. Sofort heftete sich Morgado an Herzogs Hinterrad, überließ dem Deutschen auf den letzten Kilometern die Führungsarbeit um seine eigenen Kräfte zu schonen. Aber Herzog blieb wachsam, gab auf der Zielgeraden alles und holte sich den Titel.

«Das war wohl der härteste Sprint meines Lebens. Ich habe gesehen, dass er von rechts kommt und wir waren Kopf an Kopf. Als ich endlich ein kleines Loch hatte, habe ich einfach nicht mehr aufgehört zu treten», sagte Herzog, dem der Regen nichts ausmachte, nach dem Rennen. Seinen Triumph konnte er noch gar nicht fassen: «Ich habe hart dafür gearbeitet und im letzten Jahr hatte ich bei der WM Pech. Dieses Jahr lief dafür alles perfekt. Alles es ist aufgegangen und nun bin ich Weltmeister. Das klingt so unrealistisch.»

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