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Veröffentlicht am
07.04.2021 12:11:09

Bouhanni über Rassismus im Internet: «Ich habe genug davon»

Nacer Bouhanni wurde in den vergangenen Tagen mehrfach rassistisch beschimpft. Foto: Arkéa-Samsic
Nacer Bouhanni wurde in den vergangenen Tagen mehrfach rassistisch beschimpft. Foto: Arkéa-Samsic

Cholet (rad-net) - Nach der Rempelei mit Jake Stewart bei dem französischen Eintagesrennen Cholet-Pays de Loire hat sich der französische Fahrer Nacer Bouhanni mit rassistischen Äußerungen gegen seine Person auseinandersetzen müssen, die in den sozialen Netzwerken kursieren. Im Interview mit der französischen Sport-Tageszeitung «L'Equipe» erklärte der 30-Jährige jetzt, dass die Beleidigungen im Netz nach dem Vorfall bei dem Rennen massiv zugenommen hätten, sodass er nun Anzeige bei der Polizei erstatten wolle.

«Es geht schon eine ganze Weile so, aber jetzt reicht es mir. Ich habe in den vergangenen acht Tagen hunderte von Nachrichten erhalten. Langsam ist es Drangsalierung und ich habe genug davon», erklärte Bouhanni im Gespräch mit «L'Equipe» am Dienstag. Bereits seit Kindertagen habe der Fahrer von Arkéa-Samsic mit rassistischen Äußerungen zu tun, wobei er bislang immer versucht habe, darüber hinwegzusehen und es nicht zum Thema zu machen: «Ich bin niemand, der sich gerne als Opfer hinstellt. Es ist nach wie vor ein Tabu-Thema. [...] Wenn du zu viel darüber sprichst, dann sagen die Leute, dass du das Opfer spielst, aber ich kämpfe bereits seit 25 Jahren damit. Jetzt ist es einfach zu viel.»

Am Montag hatte Bouhanni bereits in den sozialen Netzwerken Screenshots von öffentlichen, rassistischen Bemerkungen gegen seine Person veröffentlicht, die ihn seit einer Woche in Englisch, Niederländisch und Spanisch erreichten. Dabei fragte sich der Fahrer, warum niemand die öffentlichen Beleidigungen, die ihn als «Schwein», «Terrorist» und «dreckigen Nord-Afrikaner» beschimpften, beim Betreiber der Plattformen gemeldet habe. Besonders der letzten Äußerung widersprach der Fahrer dabei vehement: «Ich bin in Frankreich geboren. Ich liebe mein Land. Ich war mit 21 Jahren französischer Meister. Das war einer der schönsten Momente meiner Karriere, als ich dort auf dem Podium stand und die Marseillaise gespielt wurde.»

Seit seiner Rempelei bei Cholet-Pays de Loire, bei der er den britischen Fahrer Jake Stewart in Richtung Seitenbande gedrängt hatte – wegen dieser Aktion hatte Bouhanni sofort eine Strafe seitens der UCI, sowie die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens erhalten – sei die Anzahl der rassistischen Bemerkungen in den sozialen Netzwerken schließlich so massiv gestiegen, dass sich der Fahrer dazu entschlossen habe, seinen Account bei Facebook zu löschen. «Wenn die rassistischen Beschimpfungen nur zwei, drei Tage angedauern und sich auf zehn bis fünfzehn Nachrichten beschränkt hätten, was mir schon früher passiert ist, dann hätte ich nichts gesagt», erklärte Bouhanni weiter. «Wenn dein Handy aber Non-Stop klingelt und dir sogar Freunde Nachrichten schicken mit den Worten 'Schau mal was ich eben gesehen habe'... Ich habe meinen Account bei Facebook gelöscht, damit ich die Nachrichten nicht mehr sehen muss.»

Im Peloton, betonte der Fahrer, habe er es aber nie mit Rassismus zu tun bekommen und er erhalte Unterstützung von seinen Kollegen. Dies zeigte sich auch, als Jake Stewart auf «Twitter» Partei für seinen Kontrahenten ergriff. «Ich möchte absolut deutlich sein: Abgesehen von unseren unterschiedlichen Meinungen, halte ich bedingungslos zu Nacer Bouhanni. Wir werden über verschiedene Dinge übereinstimmen und über andere nicht, aber das sollte niemals eine Frage von Rassismus sein», machte der Brite seinem Ärger über die Äußerungen der «Fans» Luft. «Die Bemerkungen und der Rassismus gegenüber Nacer Bouhanni sind absolut verachtenswert. Es gibt in dieser Welt keinen Platz für Rassismus. Deshalb für die sogenannten 'Fans', die diese Bemerkungen gemacht haben: Ihr seid hier nicht willkommen!»

Bouhanni hat indessen angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Verfasser der rassistischen Kommentare einzuleiten und sie anzuzeigen: «Ich hoffe, dass die Justiz etwas tun wird, denn wenn nicht, bedeutet das, dass jeder tun kann, was er will.»