ACHTUNG: Diese Webseite unterstützt den Microsoft Internet-Explorer 9.0 (und noch ältere Versionen) nicht mehr.

Um die Seite korrekt angezeigt zu bekommen und vor allem SICHER surfen zu können, empfehlen wir ihnen dringend einen anderen Browser einzusetzen!

Unter Windows XP raten wir ihnen auch aus sicherheitsgründen, grundsätzlich Mozilla Firefox oder Google Chrome zu benutzen bzw. das Betriebssystem upzudaten!

Sollten Sie Windows 7 oder höher einsetzen, so sollten Sie dringend einen Windows Update durchführen, um die aktuelle Internet Explorer Version nutzen zu können.

ACHTUNG: Diese Webseite unterstützt Safari 6 (und noch ältere Versionen) oder veraltete Google-Android-Browser nicht mehr.

Wir raten ihnen auch aus Sicherheitsgründen, grundsätzlich Mozilla Firefox oder Google Chrome zu benutzen, wenn Sie einen Update auf ein aktuelleres Mac OS X und damit eine aktuelle Safari-Version bzw. ein Update auf eine aktuellere Android Version und damit eine aktuellere Google-Browser-Version vermeiden wollen.

Unter Windows raten wir Ihnen grundsätzlich nicht, den veralteten Safari Browser einzusetzen!

Offizielle Webseite des Bund Deutscher Radfahrer e.V.
Veröffentlicht am
28.06.2021 19:36:22

Road to Tokio: Kröger will auch olympisches Edelmetall

Mieke Kröger ist fester Bestandteil des deutschen Frauen-Vierers. Foto: BDR
Mieke Kröger ist fester Bestandteil des deutschen Frauen-Vierers. Foto: BDR

Frankfurt (rad-net) - Am 23. Juli werden die Olympischen Spiele von Tokio eröffnet. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wird in den vier Disziplinen Bahn, BMX, Mountainbike und Straße um Olympisches Edelmetall kämpfen. In den kommenden Wochen stellen wir alle Olympia-Kandidaten des BDR vor. In der heutigen Folge präsentieren wir Mieke Kröger, die mit dem Frauenvierer auf Medaillenjagd gehen will.

Seit zehn Jahren gewinnt Mieke Kröger fast in jeder Saison Titel und Medaillen: Die großgewachsene Bielefelderin ist sowohl auf der Straße als auch auf der Bahn Weltklasse. Sie war Deutsche Meisterin auf der Straße (2016), Weltmeisterin im Mannschaftszeitfahren (Straße), holte Silber und Bronze mit dem Frauenvierer bei Europameisterschaften und zuletzt EM-Gold mit der Mixed-Staffel auf der Straße.

Ihre Karriere startete Kröger beim RV Teutoburg Brackwede, wo ihr Talent schnell erkannt wurde. 2009 gewann sie das Heimrennen in Brackwede und holte schon ein Jahr später ihren ersten Deutschen Meistertitel im Einzelzeitfahren auf der Straße. 2011 waren es schon drei Titel: im Zeitfahren, im Einerstraßenrennen und am Berg, wobei das nicht gerade ihre Spezialdisziplin ist. Viel lieber mag sie flache Strecken, da kann sie ihre Fähigkeiten ausspielen, da gehört sie zu den Besten. Wenn ihr Motor einmal warmgelaufen ist, kann man Mieke Kröger nicht stoppen. Sie tritt Gänge und Wattzahlen wie nur wenige. Und sie fährt, bis sie fast vom Rad fällt, gibt alles. Bundestrainer André Korff vergleicht sie mit einem Dieselmotor. Ist er einmal auf Touren, ist er nicht zu stoppen. «Sie braucht einen Moment, um in Schwung zu kommen, sie kann nicht aus dem Stand beschleunigen, aber wenn es rollt, dann ist sie nicht zu stoppen», urteilt Korff. Kröger ist eine Teamplayerin, eine die auch für andere Tempo macht, wenn deren Chancen höher einzuschätzen sind. Und auf der Bahn fährt sie verlässlich ihre Zeiten. In Tokio wird sie die dritte oder vierte Position im Vierer einnehmen.

Der Bahn gehörte schon immer ihre Leidenschaft. Schon bei ihrer ersten Weltmeisterschaft als Juniorin holte sie den Titel in der Einerverfolgung (2011). Im gleichen Jahr gewann sie auch Bronze bei der Straßen-WM in Kopenhagen im Einzelzeitfahren. Kröger liebt die Abwechslung, ist auf Bahn und Straße zu Hause, nur die Berge, die mag sie gar nicht.

Aber es gibt Ausnahmen. Als sie 2019 die Belgien-Rundfahrt gewann, musste sie auf einer Etappe mehrfach die Mauer von Geraardsbergen erklimmen. Das schaffte sie gut. «Wenn ihr Kopf will, dann kann sie auch so was», sagt Korff und findet, dass die 28-Jährige in den letzten zwei Jahren extrem «erwachsen» geworden sei. «Sie hat sich echt super entwickelt», sagt Korff. Und das mit dem Kopf, das kann Mieke Kröger nur bestätigen. «Das ist überhaupt die größte Herausforderung», findet sie, «Straßenrennen, das ist eine Kopfsache.» Und wenn es mental stimmt, dann kann Mieke Kröger auch Berge fahren. «Nicht ganz vorn, bei den Besten, aber ich komme klar. Und in Belgien habe ich das Trikot verteidigt», erinnert sie sich auch an diese Rundfahrt, die sie vor zwei Jahren gewann. Gegen starke Konkurrenz und gegen die Muur von Geraardsbergen, die hat sie erstaunlich gut bezwungen, dem Berg die Stirn geboten.

Fünf Titel hat Mieke Kröger bei Welt- und Europameisterschaften in verschiedensten Disziplinen gewonnen, insgesamt 14 Medaillen internationaler Wettbewerbe liegen zu Hause im Schrank, viele davon hat sie auf der Bahn geholt. Den Bahnsport liebt sie, nicht nur, weil es da keine Berge gibt. «Das was man macht, ist nie langweilig. Wenn der Vierer läuft, dann ist es, als würde man sich auf Schienen bewegen», vergleicht Kröger. «Es tut weh, man ist immer am Limit, aber wenn es dann gut läuft, ist das ein unbeschreibliches Glücksgefühl.»

Dem Frauenvierer verhalf sie auch zu neuem Schwung, gehörte 2018 und 2019 zur Stammmannschaft und holte mit dem Quartett Silber und Bronze bei den Europameisterschaften. Nach dem Superjahr 2019 geriet die Bielefelderin, die in Bonn lebt und Ernährungswissenschaften studiert, ins Straucheln. Ausgerechnet, als die Heim-WM in Berlin anstand, war sie nicht in Bestform. «Ich hatte es einfach nicht drauf», sagte sie rückblickend und trat damals schweren Herzens aber aus eigenen Stücken vorzeitig die Heimreise an. «Das war nicht meine beste Phase», bekannte sie. Aber das hat sie verarbeitet und ist froh, manche Dinge heute gelassener zu sehen und nicht mehr zu oft zu emotional zu reagieren. «Vielleicht meint der Bundestrainer das, wenn er sagt, ich sei erwachsen geworden», lacht sie.

Neben ihrem Studium und dem Radfahren engagiert sich Mieke Kröger auch für die «Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel» in ihrer Heimatstadt Bielefeld. Und wenn es die Zeit erlaubt, greift Mieke Kröger zu Pinsel und Farbe. Sie malt gern Porträts, auch mit dem Bleistift. Und sie bemalt für ihr Leben gern Schuhe. Richtig schade eigentlich, dass sie ihre neuesten Kreationen nicht in Tokio tragen darf, denn unmittelbar nach den Wettkämpfen müssen die Athleten wegen der Corona-Bestimmungen die Heimreise antreten. Da fällt die Sightseeing-Tour durch die japanische Metropole wohl flach.


Zehn Fragen an Mieke Kröger

Was war dein bisher schönster sportlicher Erfolg?
Alljene Wettkämpfe, bei denen ich mehr nicht hätte geben können.

Was motiviert dich?
Mich motiviert es, jeden Tag die beste Version meinerselbst zu sein. Wie cheesy.

Welche Vorbilder hast du?
Marblemachineman Martin Molin. Mein Bruder, meine Schwester, meine Eltern, alle starken Persönlichkeiten, denen ich über den Weg laufe.

Deine Lieblingsfächer in der Schule?
Biologie und Sport und am Ende Deutsch.

Was ist dein Lieblingsessen?
Porridge in jeglichen Variationen.

Nenne deine persönliche Stärke und Schwäche.
Meine Stärke ist mein sonniges Gemüt, meine Schwäche ist mein Kontrollzwang.

Auf was möchtest du nie verzichten?
Freunde, Musik und meine Malsachen.

Welchen Traum möchtest du dir im Leben noch erfüllen?
Mit dem Rad durch die Welt radeln.

Was ist für dich ein perfekter Tag?
Ein Tag, an dem ich jemanden zum Lachen bringen konnte. Im Zweifelsfall auch mich selbst.

Welche Überschrift möchtest du gern einmal von dir lesen?
Mieke, f., Mike mit E in der Mitte.


Steckbrief Mieke Kröger

Team: Coop-Hitec Products
Geburtstag: 18. Juli 1993 in Bielefeld
Größe/Gewicht: 1,83/75 kg
Wohnort: Bielefeld
Familienstand: ledig
Größte Erfolge:
2010: 1. U19-DM Einzelzeitfahren und 3. U19-DM Straße, 3. DM Einerverfolgung U19
2011: 1. U19-WM Einerverfolgung, 1. U19-DM Einerverfolgung, 3. U19-WM Einzelzeitfahren, 1. U19-DM Berg, Straße, Einzelzeitfahren
2012: 1. DM Einerverfolgung
2013: 1. DM Omnium, 1. DM Berg
2014: 1. U23-EM Einerverfolgung, 1. U23-EM Einzelzeitfahren
2015: 1. WM Mannschaftszeitfahren, 1. U23-EM Einzelzeitfahren, 1. DM Einzelzeitfahren 2. U23-EM Mannschaftsverfolgung, 3. U23-EM Einerverfolgung, 1. DM Einerverfolgung
2016: 1. DM Straße
2018: 3. EM Mannschaftsverfolgung Glasgow
2019: 2. EM Mannschaftsverfolgung, 2. EM Mixed Staffel, 2. WM Mixed Staffel Straße, Gesamt- und Etappensieg Belgien-Rundfahrt, Etappensieg Gracia Orlova, Etappensieg Healthy Ageing Tour
2020: 1. EM Mixed Staffel


Road to Tokio: Lippert auf dem Weg an die Weltspitze

Road to Tokio: Friedrich bereits mit 21 auf Medaillenkurs

Road to Tokio: Levy will noch einmal um olympisches Edelmetall fahren

Road to Tokio: Reinhardt glaubt an sich und den Vierer

Road to Tokio: Olympia soll für Klein ein weiterer Glanzpunkt sein

Road to Tokio: Brandau Powerfrau zwischen Leistungssport, Familie und Beruf

Road to Tokio: Kluge weiß, dass er es drauf hat

Road to Tokio: Bötticher auf dem Weg zurück zu alter Stärke

Road to Tokio: Brennauer fehlt nur noch olympisches Edelmetall

Road to Tokio: Fumic will seine Geschichte in Tokio zu Ende schreiben

Road to Tokio: Weinstein träumt von Olympia-Edelmetall

Road to Tokio: Hinze auf dem Weg zu Olympia