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Heiko Hog, Clara Brehm und Simon Gutmann bei der Streckenbesichtung in Chengdu. Foto: privat
10.11.2017 13:12
Eliminator-WM: Gegenheimer auf Titeljagd

Chengdu (rad-net) - Zum sechsten Mal werden am Sonntag die Weltmeister im Eliminator Sprint gekürt. Unter den fünf Deutschen werden vor allem Weltcup-Gesamtsieger Simon Gegenheimer (Rose Vaujany-Ultra Sports) Chancen auf Edelmetall eingeräumt. Der Österreicher Daniel Federspiel will seinen Titel verteidigen und bei den Damen hofft Kathrin Stirnemann (Radon Factory Racing) auf ihren zweiten WM-Titel.

Bronze 2015, Silber 2016 - klar, dass Simon Gegenheimer am Sonntag im chinesischen Chengdu nach dem Weltmeister-Titel im Eliminator-Sprint greifen will. Der 28-Jährige gehört seit der Einführung des Eliminator-Wettbewerbs zu den besten Sprintern der Welt und mit dem Gesamtsieg im neu aufgelegen Weltcup 2017 hat er das noch einmal unter Beweis gestellt. Mit jetzt insgesamt vier Einzelsiegen ist er auch Rekord-Gewinner vor dem Belgier Fabrice Mels, der aber in Chengdu nicht am Start sein wird.

Sein vermutlich größter Konkurrent wird wohl Titelverteidiger Daniel Federspiel sein. Der Österreicher strebt den WM-Hattrick an und sieht sich «körperlich topfit». Allerdings quälen ihn auch Sponsoren-Sorgen. Imst Tourismus hat ihm für 2018 gekündigt und es war für den Spezialisten ohnehin schwer sich zu finanzieren. 10.000 Euro Preisgeld, die es für den WM-Titel in Chengdu gibt, würden ihm natürlich gut tun.

Die langjährigen Kontrahenten Gegenheimer und Federspiel müssen aber auch mit anderen Gegnern rechnen. Titouan Perrin Ganier hat das bei der EM in Italien gezeigt und er gilt als ein Fahrer, der im direkten Duell an die Grenzen geht. Auch seine französischen Teamkollegen Hugo Briatta oder Lorenzo Serres und Simon Rogier könnten ein Wörtchen mitreden, genauso wie der Spanier Alberto Mingorance.

Heiko Hog, Simon Gutmann (Freiburger Pilsner-Merida) und Vitus Wagenbauer (Velo Oberland) haben erst einmal das Halbfinale im Visier und dann aber höchstens Außenseiterchancen. Wie man die nutzt, weiß ein Heiko Hog ziemlich gut. 2015 war er Vize-Europameister. Aber er laborierte zuletzt an einer Knieverletzung. «Die Form ist gut», sagt er dennoch und Simon Gutmann zeigt sich auch zuversichtlich. «Im Sprint braucht man aber auch das nötige Glück», weiß Gutmann.

Wie gut der Kurs ein faires Rennen zulässt, das nicht schon nach der ersten Geraden entschieden ist, das wird wohl erst der Wettbewerb selber zeigen. Doch dem ersten Anschein nach gibt es Überholmöglichkeiten und auch die Zielgerade müsste noch was hergeben. «Sehr abwechslungsreich, relativ lang, auch mit ein paar steilen Rampen drin», beschreibt Gutmann die Strecke. Auch technisch sei der vom Südafrikaner Nick Floros entworfene Kurs im Xinhua Park durchaus «anspruchsvoll». Ansonsten sei alles «super organisiert», meint der Schwarzwälder.

Bei den Damen sind es wohl erst einmal die Schweizerin Kathrin Stirnemann (Radon Factory Racing) und Ingrid Boe Jacobsen (Norwegen), denen die Favoriten-Bürde gehört. Stirnemann war 2014 Weltmeisterin, 2015 Dritte und 2016 Zweite, während Boe Jacobsen 2014 Dritte und 2015 Zweite war.

Die Französin Perrine Clauzel und ihre Landsfrau Coline Clauzure könnten Final-Kandidatinnen sein.

Wie gut sich die Deutsche Meisterin Clara Brehm in Chengdu schlagen wird, bleibt abzuwarten. An Beschleunigung fehlt es der 17-Jährigen sicher nicht, aber in technischen Passagen war sie bei der EM noch unsicher.

Übrigens: Die WM der artistischen Disziplin Trial wird ja auch in Chengdu bei den Urban Cycling World Championships ausgetragen. Da fällt der Name Kenny Belaey auf. Der Belgier steht sowohl im Trial als auch im Eliminator auf der Meldeliste.

Zeitplan am Sonntag, 12. November:
Qualifikation: 6 Uhr MEZ
Finalläufe: ab 9 Uhr MEZ

WM-Medaillengewinner im Eliminator Sprint:
2012 Saalfelden: Ralph Näf (Gold)/Miha Halzer (Silber)/Daniel Federspiel (Bronze); Alexandra Engen/Jolanda Neff/Aleksandra Dawidowicz
2013 Pietermaritzburg: Paul van der Ploeg/Daniel Federspiel/Catriel Soto; Alexandra Engen/Jolanda Nef/Linda Indergand
2014 Hafjell: Fabrice Mels/Emil Lindgren/Kevin Miquel; Kathrin Stirnemann/Linda Indergand/Ingrid Boe Jacobsen
2015 Andorra: Daniel Federspiel/Sam Gaze/Simon Gegenheimer; Linda Indergand/Ingrid Boe Jacobsen/Kathrin Stirnemann
2016 Nove Mesto: Daniel Federspiel/Simon Gegenheimer/Fabrice Mels; Linda Indergand/Kathrin Stirnemann/Ramona Forchini

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