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Maximilian Levy will seine nächste Olympia-Medaille auf der Bahn holen. Foto: DOSB/picture-alliance
08.08.2016 10:11
Go for Rio: Maximilian Levy - «Es geht um Gold»

Frankfurt (rad-net) - Am kommenden Donnerstag, den 11. August, beginnen die Bahnwettkämpfe der Olympischen Spiele in Rio. Mit dabei ist Maximilian Levy, Silbermedaillengewinner von London im Keirin. Auch in Rio ist er die große deutsche Medaillenhoffnung in dieser Disziplin.

Levy ist mit seinen 29 Jahren auf der Bahn schon ein alter Hase. Schon vor zwölf Jahren gewann er als Juniorenfahrer seine ersten WM-Titel. Vier Jahre später durfte er zum ersten Mal mit zu den Olympischen Spielen nach Peking und wurde Dritter im Teamsprint. Bronze gab es auch bei den Spielen in London und zusätzlich Silber im Keirin nach einem unvergessenen Duell gegen Chris Hoy.

Nun kämpft er in Rio zum dritten Mal um Olympisches Edelmetall. Doch diesmal nicht im Teamsprint, weil Bundestrainer Detlef Uibel mit Joachim Eilers, René Enders und Max Niederlag die ideale Besetzung gefunden zu haben glaubt. Levy erhält seine Chance dieses Mal im Sprint und Keirin. «Den Sprint werde ich natürlich nicht herschenken, aber meine größeren Chancen sehe ich im Keirin», sagt der Cottbuser, der mit der ehemaligen Radsportlerin Madeleine Sandig verheiratet ist und zwei Töchter hat.

Keirin, weiß Levy, ist nicht kalkulierbar. «In 80 Prozent der Fälle läuft das Rennen anders als gedacht», sagt der 29-Jährige, der auf seine Erfahrung baut. «Man braucht Nerven und muss im entscheidenden Moment Ruhe bewahren, ohne die Anspannung zu verlieren», kennt er den Spagat zwischen Erfolg und Niederlage. 2014 war er im Keirin-Finale bei den Weltmeisterschaften in Cali schwer gestürzt und fiel monatelang aus. Der Weg zurück war lang und schwer.

Und seine Nominierung erfolgte diesmal nicht über das Bahn-, sondern das Straßenkontingent, das ihm aber auch einen Start auf der Bahn ermöglicht. Beim Straßenrennen am Samstag startete Levy so an der Seite von Simon Geschke, Emanuel Buchmann und Tony Martin, stieg allerdings nach rund 30 Kilometern nahe der Radrennbahn aus, um das Training dort unmittelbar fortzusetzen. Hätte man Levy als Ersatzfahrer für die Bahn nominiert, so hätte er nur eingesetzt werden können, wenn ein anderer Teamsprinter erkranken würde. Doch Levy soll unbedingt starten.

Bei der WM in diesem Jahr hat er einen Fehler gemacht und eine Medaille verschenkt. Das hat den Cottbuser lange gewurmt. Zu Hause betrieb er mit Heimtrainer Eyk Pokorny Ursachenforschung. So etwas wird ihm nicht wieder passieren. Die Ziele für Rio sind klar gesteckt: «Es geht um Gold. Ich kenne meinen Körper gut genug, um das Optimum herauszuholen.»

Für Levy sind es schließlich die dritten Spiele. «Bei den ersten dachte ich, cool, du bist dabei, habe eine Medaille gewonnen, es lief. Bei den zweiten waren wir Favoriten. Der Druck war größer, die Anspannung wuchs. Diesmal war es unendlich schwer für mich, mich zu qualifizieren. Darum werde ich jeden Moment genießen und möchte natürlich wieder eine Medaille gewinnen», erzählt der dreifache Bahn-Weltmeister. Und danach Rio genießen? «Eher nicht», glaubt Levy aufgrund seiner Olympiaerfahrung. «Wenn die Last von einem abfällt, liegt man erst einmal in der Ecke und ist irgendwie leer. Die letzten zwei Jahre hat sich alles im Leben auf dieses Ereignis konzentriert, und das ist dann weg. Man ist wie ausgebrannt.»

Darum wird Levy vermutlich auf die Schlussfeier verzichten und lieber zu seiner Familie nach Hause reisen. Ob mit oder ohne Medaille. «Meinen Kindern ist das egal», lacht er. «Die freuen sich einfach, wenn der Papa wieder da ist.»

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